Reinheitsgebot

Das Reinheitsgebot ist die älteste bis heute gültige lebensmittelrechtliche Vorschrift der Welt. Nach der ursprünglichen Fassung von 1516 darf Bier demnach nur aus Wasser, Gerste und Hopfen gebraut werden. Dem Verfasser Herzog Wilhelm IV. von Bayern ging es mit dem Reinheitsgebot um zwei Punkte:

1) Die Bierbrauer sollten auf Gerste festgelegt werden, um zu verhindern, dass Roggen und Weizen für das Bierbrauen verwendet werden. Denn Roggen und Weizen wurde dringend zur Brotherstellung benötigt.

2) Ungesunde Zutaten sollten beim Bierbrauen verboten werden. Früher hat man oft alle möglichen Kräuter zum Würzen (z.B. Wacholder, Schlehe, Eichenrinde, Wermut, Kümmel, …) verwendet. Manche davon waren giftig und geeignet, Halluzinationen bei den Biertrinkern zu erzeugen.

In einer späteren Weiterentwicklung des Reinheitsgebotes wurde statt „Gerste“ nun „Malz“ zugelassen – und damit auch Weizen- und Roggenmalz. Außerdem wurde die Hefe ergänzt, deren Funktion man damals noch nicht kannte. Man verließ sich beim Bierbrauen auf natürliche Hefen, die in der Luft enthalten sind.